Althaus, Spindeldreier nachsitzen!

Heute morgen in der Biologie-Klasse:

Lehrer Huxley: Spindeldreier, wie war noch mal der Satz, den die Neuzugänge in unserer Klasse als Hausaufgabe hundert Mal in Ihre Hefte schreiben sollten?

Schüler Spindeldreier: Ich weiß nicht mehr.

Lehrer Huxley: Spindeldreier, dafür weißt Du aber jetzt, warum Du diesen Satz einhundert Mal in Dein Heft schreiben darfst.

Schüler Spindeldreier: Ah. Ja?

Lehrer Huxley: Und, welchen Satz sollst Du einhundert Mal in dein Heft schreiben?

Schüler Spindeldreier: Äh, … ah, ich erinnere mich: Intelligent Design ist keine wissenschaftliche Theorie.

Lehrer Huxley: Richtig, Spindeldreier. Und weil dein Banknachbar Althaus so blöde grinst, darf er dir dabei helfen.
So, Kinder, weiter im Stoff. Was hat Charles Darwin entdeckt?

Anmerkung der Redaktion:
Thüringens Ministerpräsident Althaus (CDU) hat zur Gesprächsreihe ‚Erfurter Dialog’ den deutschen ID-Vertreter Siegfried Scherer  zum  Thema „Kulturkampf um Evolutionslehre?“ eingeladen.

Das finden wir an sich okay. Dialog tut gut, wenn man die Kontrahenten einzuordnen weiß.

Auf eine Beschwerde des SPD-Abgeordneten Christoph Matschie antwortete der Regierungssprecher Uwe Spindeldreier mit dem Hinweis, dass die Thüringer Staatskanzlei „einen wissenschaftlichen Dialog zwischen Vertretern verschiedener Theorien zur Entstehung und Entwicklung des Lebens plane.“

Diese Aussage zeigt, so glaubt die Plazeboalarm-Redaktion, dass Herr Spindeldreier nicht klar ist, was eine wissenschaftliche Theorie von einer nicht-wissenschaftlichen Idee unterscheidet. Wir verweisen deshalb auf ältere Beiträge zu diesem Thema auf Plazeboalarm, wo er zahlreiche Hinweise auf Artikel findet, die dies erklären.

Der Hinweis Spindeldreiers Siegfried Scherer sei kein Kreationist stimmt. Er ist einer der führenden Intelligent Design Vertreter Deutschlands.


Thomas Huxley war übrigens als 'Bulldogge Darwins' bekannt.
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Wahlforschungsunschärferelation

Uns erinnert das Desaster der Meinungsforschungsinstitute bei der Bundestagswahl und der Wahl davor ein wenig an Heisenbergs Unschärferelation? Sie nicht auch?

Der Hinweis, dass man ein zu beobachtendes Teilchen durch die Beobachtung verändert, und deshalb nie seine wahre Natur bestimmen kann, beschreibt doch irgendwie auch das Problem der Demoskopen vor der Wahl.

Wie viele Wähler haben ihre Entscheidung am 18. September wohl von den Ergebnissen der voran gegangenen Wahlumfragen abhängig gemacht? In Berichten in Funk und Fernsehen hörten wir in den letzten Tagen zumindest immer wieder von Wählern, die taktisch gewählt haben, weil sie die Ergebnisse der Demoskopen kannten.

Etwa folgende gerade zu schizophrene Aussage eines männlichen Befragten (WDR 5 Radio, Tagesgespräch): „Ich favorisiere eigentlich weitgehend den neoliberalen Kurs, habe aber aufgrund der Umfrageergebnisse die Linkspartei gewählt, um ein gewisses Gegengewicht zu erzeugen.“ Andere Menschen wählten verstärkt kleine Parteien, weil sich eine Große Koalition anbahnte.

Wäre die Wahl ganz anders ausgegangen, wenn die Wähler keine Umfrageergebnisse gekannt hätten?

Liebe Demoskopen, hier unser Plazeboalarm-Tipp exklusiv für Sie:

Fragen Sie doch mal Quantenphysiker um Rat, wie die dieses Dilemma lösen.

Komm, bei der nächsten Wahl verzichten wir einfach auf dieses ganze Demoskopie-Brimborium.
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Halt finden vor heraufdämmernden Katastrophen

Es gibt so ein paar Lieblingsseiten, die wir immer wieder gerne ansteuern. Dazu gehört neben Ben Goldacres Bad Science-Kolumne im Guardian, Rob Lyons´ Don´t panic in spiked.

Diesmal (d.h. eigentlich am 1. September) war Lyons´ derjenige, der all denen den Kopf gerade rückte, die wiederholt über die Pandemie-Gefahr der Vogelgrippe schreiben. Genauer: Über die Möglichkeit einer weltweiten Epidemie eines neuen Virus´, das entstehen könnte, wenn sich das Vogelgrippe-Virus H5N1 und eines der menschlichen Grippe-Viren irgendwie zu einem neuen Supergrippe-Virus vereinen.

Um dem besorgten Leser angesichts der prophezeiten Bedrohung eine Stütze zu sein und ihm etwas an die Hand zu geben, das ihm vielleicht über die Zeit bringt, möchten wir an den folgenden Satz des aus dem westfälischen Paderborn stammenden Rüdiger Hoffman erinnern:

Das kann passieren, muss aber nicht.

Und der andere schöne Spruch unbekannter Herkunft, der dazu (da wir von Vogelgrippe sprechen) eigentlich noch besser passt, lautet:

Mach dir keinen Kopf über ungelegte Eier.

Und der Hinweis auf die Spanische Grippe von 1918, die X Millionen Tode forderte: geschenkt.

Dass damals die Körper und Seelen der Menschen durch den 1. Weltkrieg bis auf´s Mark geschunden waren, die Bedingungen für ein Virus also geradezu ideal und mit heute kaum zu vergleichen, das schreibt nie jemand.

In diesem Sinne: Don´t panic

Danke Rob.

… Könnte eigentlich eines der Schnupfen-Viren und das Aids-Virus …? Nö, oder?
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TUIM-lux 1: Es werde Luchs, äh Lux, äh, na – Licht!

Alarmstufe Gelb  „Haben Sie Augen wie ein Luchs?“, fragt Dr. Schwabe LifeScience, Karlsruhe, in seiner Werbung für das Produkt TUIM-lux, das uns kürzlich in Bild der Frau ins Auge fiel (Verstanden? ins Auge).

Man hat es praktisch vor dem inneren Auge, wie die Marketing-Abteilung auf der Suche nach einem Namen bedeutungsschwanger sinnierend mit den Begriffen spielte:

„Seehen – Liicht – luux!“

„Ah!“ <Hand vor die Stirn klatschend> „Klar, Luchs! Lux! Luchs! Verstehen Sie?“

Klar, Dr. Schwabe, wir verstehen. Du Fuchs.

TUIM-lux soll helfen, besser zu sehen, denn: Augen wie ein Luchs heißt ‚Gut sehen, bei Tag und bei Nacht’. Damit aus der miesen Sicht des Homo sapiens die Sehkraft eines Lynx lynx wird, empfiehlt Dr. Schwalbe sein Produkt.

Es enthält: Omega-3 (pflanzlich natürlich), Flavonoide (Bio- natürlich), Extrakt vom Spinat, Lutein (wäre ja auch im Spinat drin gewesen), Vitamin E, und natürlich Zink (klar, das hilft ja, genau wie Omega-3, eigentlich immer).

„Omega-3, fehlt da nicht das -Fettsäuren?“
„Bäh, fett, nee, nich´, das ist so negativ besetzt. Da nimmt das doch keiner mehr.“
„Naja, Hauptsache, Omega-3.“

PS: Wir haben natürlich nachgefragt, welche Art von besserem Sehen uns erwartet: schärfer, heller, klarer, feiner … ?

Wir warten und berichten.

Alarmstufe Gelb  Demnächst mehr, hier bei PLAZEBOLALRM.
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Gewinnspiel: ID ist wie …

Weil wir uns gerade verbal so schön auf die Intelligent Design-Fans eingeschossen haben: Hier noch eine Liste von Vergleichen, die das Verhältnis von Intelligent Design zur Wissenschaft verdeutlichen.

Intelligent Design (formerly known as Kreationismus) gehört ungefähr so sehr in eine Biologieklasse wie:

die Alchemie in eine Chemieklasse
das Phlogiston in die Physikklasse
der Storch in die Stunde für Sexualaufklärung


Dass ID sich zur Wissenschaft verhält wie Astrologie zur Astronomie, das hatten wir ja schon.

Welche schönen Vergleiche gibt es wohl noch?

Machen Sie uns eine Freude, und nennen Sie uns ihr schönstes Vergleichspaar, das das Verhältnis von Intelligent Design zur Wissenschaft anschaulich präsentiert?

Dem Gewinner verraten wir dann auch den Link zu dem Artikel, aus dem wir die drei Beispiele entlieh… – nur ein Witz.

Der Artikel findet sich im Guardian. Der Gewinn ist schlicht ein mehr an Erkenntnis. Und das ist doch auch schon eine Menge.

Oder?
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Intllgnt Dsgn st kn Wssnschft

Liebe Intelligent Design-Vertreter,
wer unbedingt in der Schule aufgenommen werden will, der muss auch damit rechnen, dass er entsprechend empfangen wird.

Erste Hausaufgabe: Schreibt folgenden Satz bitte einhundert Mal in Euer virtuelles Schulheft und verlinkt entsprechend dem Beispiel:

Intelligent Design ist keine Wissenschaft

Intelligent Design ist keine Wissenschaft

Intelligent Design ist keine Wissenschaft

Intelligent Design ist keine Wissenschaft

Intelligent Design ist keine Wissenschaft

Intelligent Design ist keine Wissenschaft

Intelligent Design ist keine Wissenschaft

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aktualisiert: 12. Dez, 12:22
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